Troesten

Sei nett zu dir selbst!

Wie geht es Ihnen heute morgen? Sind Sie frisch und motiviert aufgewacht, voller Tatendrang und Optimismus für die bevorstehende Arbeitswoche? Oder sieht es vielleicht ganz anders in Ihnen aus? Sind da vielleicht Selbstzweifel und Mutlosigkeit? Haben Sie Sorge, ein gestecktes Ziel nicht zu erreichen und vorgenommen Projekte nicht voran zu bringen? Oder wissen Sie vielleicht gar nicht, wie der heutige Tag und die nächsten aussehen sollen und fragen Sie sich, wo Ihre Kraft und Ihr Glauben an sich selbst geblieben sind? Und obendrein machen Sie sich wohlmöglich noch Vorwürfe, sich so zu fühlen, wie Sie sich fühlen und sind sich selbst Ihr schärfster Kritiker.

Wenn es Ihnen heute morgen also eher nicht so gut geht, dann versuchen Sie doch einmal, sich mit Hilfe der folgenden Übung ein wenig besser zu fühlen und wieder Boden unter die Füße zu bekommen:

Übung:
Mein bester Freund / Meine beste Freundin

Stellen Sie sich vor, ein guter Freund oder eine gute Freundin ist niedergeschlagen, verzweifelt, ärgerlich, frustiert und traurig, weil er oder sie durch Ängste, Zweifel, Selbstvorwürfen oder geringes Selbstvertrauen blockiert ist. Wie würden Sie mit diesem Menschen umgehen, welche Worte und Gesten würden Sie verwenden?

Schreiben Sie auf, was Sie fragen, tun und sagen würden:

  1. … (Name deines/er Freundes / Freundin), wie geht es dir heute morgen?
  2. Was würdest du ihr/ihm dazu sagen, wie würdest du dich jetzt verhalten?
  3. Nimm deine Worte und richte sie nun an dich selbst.

Nachsicht, Trost und Zuversicht

Nun vergleichen Sie das, was Sie eben geschrieben haben, mit dem, wie Sie in der Regel mit sich selbst umgehen, wenn Sie sich in einer ähnlichen Stimmung befinden.

Sehr wahrscheinlich haben Sie Ihrem Freund oder Ihrer Freundin genau das gesagt oder das getan, was Ihnen selbst jetzt sehr gut tun würde. Allein diese Worte aufzuschreiben und an sich selbst zu richten, ist schon ein Trost und ein erster Schritt, freundlich, liebevoll und konstruktiv mit sich selbst umzugehen. Und ein ganz wichtiger Schritt, um weniger streng und nachsichtig mit sich selbst zu sein – unabhängig von einer äußeren Bestätigung oder einem Kompliment. Natürlich tut es gut und ist es wichtig, Trost, Mut und Zuversicht von unseren Mitmenschen zu bekommen. Wenn wir uns aber in unserem Wohlbefinden und unserer Zufriedenheit davon abhängig machen, wird es schwierig.

Seien Sie sich selbst der beste Freund oder die beste Freundin

Wie wäre es, wenn Sie sich selbst viel öfter die Nachsicht, das Verständnis und den Trost entgegenbringen, den Sie anderen ohne Zögern bereit sind, zu geben? Wie wäre es, wenn Sie sich selbst trotz Ihrer Angst und Ihrer Zweifeln die Geduld und Zuversicht spenden, dass es beim nächsten Mal oder irgendwann einmal besser klappt? So, als wären Sie sich selbst Ihr bester Freund oder Ihre beste Freundin?

Wenn Sie sich das nächste Mal niedergeschlagen fühlen und dringend eine Portion Zuspruch benötigen, haben Sich sich mit Ihrer Antwort oben einen ganz persönlichen und individuellen Mutmacher geschrieben. Lesen Sie sich Ihre Nachricht an sich selbst noch einmal durch, nehmen Sie sich in Gedanken einmal fest in die Arme und gönnen Sie sich Nachsicht und einen liebevollen Umgang mit sich selbst.

Ich freue mich, wenn Sie es einmal versuchen!