Voller Tatendrang loslegen – Motivation und Ziele

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Am Wochenende lag bei meiner Freundin ein Buch auf dem Tisch – „Drive – was Sie wirklich motiviert“. Auch wenn es ein amerikanischer Bestseller ist, hat mich der Titel veranlasst, einmal unabhängig von allen Theorien darauf zu schauen, wie sich wirkliche Motivation anfühlt – schließlich könnte es ja hier einige Ansätze geben, die sich verallgemeinern lassen und auch für Sie interessant sind.

Motiviert zu sein, ist ein tolles Gefühl. Ich bin dann voller Tatendrang, es sprießen die Ideen, es kribbelt im Kopf und in den Händen – ich will loslegen! Die Stimmung steigt, ich bin optimistisch und positiv gestimmt. Die Welt erscheint in einem sonnigen Licht und alles ist gut. Ich fühle mich stark und selbstbestimmt, möchte Dinge bewegen und starten.

Aber wie kommt es dazu? Mir ist klar geworden: Ich bin dann motiviert, wenn ich fühle (!!!), was ich will. Wenn ich Lust habe, etwas zu tun. Wenn alles in mir JA! ruft. Wenn mein Bauch JA sagt. Manchmal ist es so, dass es wie ein Einschlag kommt. Nennen wir es Inspiration. Dann gibt es eine kleine innere Explosion und Ideen und Bilder erscheinen blitzartig in meinem Kopf und meinem Herzen. Alles geht auf 100, der Turbo wird angestellt. Dieses Gefühl dauert etwas an, und dann schaltet sich nach und nach mein Kopf dazu. Er klopft ab – was ist realistisch, was nicht. Ist die Idee stimmig mit meiner Situation, meinen Plänen, meinen Werten. Er machte einige Einschränkungen oder schlägt meinem Bauch Alternativen vor. Der antwortet dann wieder mit „Hm, nee, das will ich nicht“ oder mit „Oh, ja, das ist auch gut – GO!“.

Und so kann es eine Weile hin und her gehen (manchmal passt es auch direkt), bis ich einen endgültigen Entschluss gefasst habe, der für beide stimmt. Dann kann mich nichts mehr halten. Dann habe ich mein Ziel und es fließt die Energie. Wie gesagt, ein wunderbares Gefühl.

Das passiert nicht, wenn ich es andersherum mache. Zum Beispiel, wenn ich mir bewusst und mit dem Verstand ein Ziel setze, weil ich vielleicht etwas tun SOLLTE. Dann hapert es gewaltig mit der wirklichen Motivation. Natürlich muss das auch schon einmal sein. Es gibt Situationen im Leben, da müssen wir uns Dinge vornehmen und umsetzen, die einfach vernünftig sind und erledigt werden wollen. Zum Zahnarzt sollten wir regelmäßig gehen, auch die Fenster müssen ab und zu mal geputzt werden und das Thema Steuererklärung fällt wohl ebenfalls in diese Kategorie. Damit wir uns hierzu motivieren können, gibt es einige Tipps und Tricks (dies würde hier den Rahmen sprengen und folgt in einem anderen Artikel), wie wir unseren Bauch überlisten können, auch hierzu JA zu sagen.

Aber das ist nicht die Art von Motivation, von der ich oben gesprochen habe. Diese wiederum ist schon fast von einer Art Flow-Gefühl begleitet und durch hundertprozentig gute Gefühle.

Wie spannend – ich entdecke gerade, dass meine eigenen Erfahrungen der beste Beweis dafür sind, dass grundlegende Aspekte der Motivationspsychologie richtig zu sein scheinen. Und vor allem merke ich gerade, dass ich unbeabsichtigt über eines der wichtigsten theoretische Elemente des Zürcher Ressourcen Modells (ZRM®) schreibe, das wiederum Basis eines sehr erfolgreichen Selbstmanagementtrainings ist (mehr zum ZRM® hier).

Kopf und Bauch im Einklang

Was brauchen Sie also, um richtig motiviert zu sein? Holen Sie als Erstes Ihren Bauch mit ins Boot! Er ist ausschlaggebend dafür – er muss JA sagen! Sie können es auch innere Stimme nennen, Intuition, Unbewusstes, den inneren Kern. Es gibt viele Bezeichnungen dafür. Erst wenn Ihr Bauch zustimmt, legen Sie richtig los. Vorher ist es nur halbe Sache und früher oder später werden Sie Ihr Vorhaben abbrechen.

Als zweites gibt es natürlich noch Ihren Verstand. Auch er muss zustimmen und vor allem hilft er Ihnen, die innere Power in gute Bahnen zu lenken und als Antriebskraft für ein Ziel zu nutzen, das in Ihre bewußte Lebensplanung passt. Sonst kann eine momentane überschwengliche Begeisterung schnell auch dazu führen, dass Sie sich in etwas hineinsteigern, was Ihnen langfristig betrachtet nicht gut tut.

Wenn Sie sich dann einmal für ein Ziel entschieden haben, geht es natürlich auch darum, dass Sie dauerhaft am Ball bleiben. Dann ist es wichtig, clever zu handeln und Strategien zu entwickeln, Ihre Motivation zu behalten (das ist nämlich trotz allem nicht selbstverständlich), um Ihr Vorhaben wirklich umzusetzen. Nicht selten können uns hier nämlich alte Verhaltensmuster und Gewohnheiten zum Verhängnis werden und wir scheitern mit unserer ursprünglich tollen Idee. Wie Sie Ihr Ziel erfolgreich realisieren und Blockaden umschiffen, erfahren Sie dann in meinem nächsten Blogbeitrag zum Thema „Motivation und Ziele“.

Bis dahin wünsche ich Ihnen erst einmal viel Freude damit, auf Ihr Gefühl zu achten und Ihren Bauch und Kopf miteinander ins Gespräch zu bringen :).

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